Tamara und Konsorten Inhaltsverzeichnis
Leseprobe

Broschur
140 Seiten
1. Aufl. 2008
8,00 €(D)
ISBN 978-3-931555-68-9

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Tamara und Konsorten
Erzählungen
Almut Klotz / Rev. Christian Dabeler

Die alte Tante Realität ist auch nicht mehr das, was sie mal war. Was tut man, wenn der Geliebte verschwindet und als Katze ­wiederkehrt, wenn selbst Puzzles einen nicht zur Ruhe kommen ­lassen, wenn das Künstlerdasein auf der Buchmesse zu zerschellen droht – schlicht, wenn das Leben sich so absurd in einen einschreibt, dass eine ­normale Existenz nicht mehr möglich scheint?

Tamara und Konsorten suchen keine Solidarität und haben keine Lobby. Doch genau dadurch ­entsteht eine ganz eigene Idee von Freiheit.

Wie das alles zusammengeht und was dabei herauskommt, das erklären Ihnen hier auf äußerst amüsante und anarchische Weise Almut Klotz und Rev. Christian Dabeler.

Die Presse

»Im Zug hatte ich oft gekichert beim Lesen. Selbst beim Zahnarzt im Wartezimmer. [...] Es ist nicht nur die große Komik einiger Passagen, die das Buch so gut machen; es sind auch die sehr bildlichen, atmosphärisch dichten Beschreibungen von Orten, an denen dies oder das passiert« (Detlef Kuhlbrodt in TAZ Berlin)

»[...] grandiose Kurzgeschichten von unser aller Leben, wie wir es wirklich fühlten und dachten, zu dieser Zeit. [...] Diese Erzählungen werden Spuren hinterlassen, nicht nur bei Einzelgängern und Szene-Katzen.« (Jelena Gora auf www.intro.de)

Inhaltsverzeichnis

• Fragmente einer Umschulung
• Chamäleon
• Roberto Schmidtke
• Rosie
• Heinz
• Der Idiot oder eine Zwangsdeetablierung
• Hate & Hyperbolic
• Ruwen
• Über die Schreke
• ((V + H) x F) : G = U
• Stck. 20 Pf
• Herman Brood Ballade
• Tamara – Die schöne Witwe von Peter Lichtenstein

Leseprobe

Auszug aus »Der Idiot oder eine Zwangsdeetablierung«:

Martin Knaller war das, was man gemeinhin als einen vollendeten Idioten bezeichnen kann. Nicht, dass er dumm war, ganz im Gegenteil war er mit scharfsichtiger Intelligenz und einer vorzüglichen, überaus sensiblen Wahrnehmung ausgestattet. Aber schon sein überaus beknackter Name ließ keine Zweifel, seine Idiotie betreffend, aufkommen. Sein Problem war schlicht: Er wusste einfach alles besser. Ich weiß, dass es für normalintelligente Menschen, die sich in erster Linie mit profanen Dingen wie Nahrungsaufnahme, Kinderaufzucht, Geld und Sexualität beschäftigen, unglaublich klingt, aber solche Menschen gibt es tatsächlich. Das heißt, er meinte nicht nur, alles besser zu wissen, er tat es auch. Leider war es ihm nicht möglich, diesen Fluch in ein, ich will mal sagen, ausgeglichenes Verhältnis zu seinem emotionalen Haushalt zu bringen. Die Folge war eine gewisse Unausgeglichenheit, die ihm und auch anderen von Zeit zu Zeit schwer zu schafen machte.

Jener Montag war wieder einer dieser Tage. Martin stand auf, und alles war furchtbar deprimierend. Er hatte von dem Buch ge­träumt, welches er noch schreiben musste. In diesem Traum hörte er die Schallplatte, die er noch aufnehmen wollte, sah das Theaterstück, welches er noch zu inszenieren hatte, und gab ein tolles Interview für den Film, den er unbedingt noch drehen sollte. Während er sich einen Kafee kochte, den er nicht vertragen würde, dachte er an all diese Dinge und war, man kann es sich denken, damit völlig überlastet. Wo nur anfangen, sinnierte er, und wäre am liebsten wieder ins Bett gegangen, wovon ihn nur die Angst vor weiteren kreativen Träumen abhielt. M. Knaller war aufgrund seiner schon erwähnten Begabungen der wichtigste Künstler seiner Zeit, und die wichtigsten Künstler ihrer Epochen wissen das natürlich von sich selbst. Sein einziges Problem dabei war, er hatte noch nie eine Zeile geschrieben, noch nie einen Ton aufgenommen, er ging nicht ins Theater, weil er den dort gebotenen Dreck nicht ertragen konnte, und empfand letztlich auch das Kino und seine Strukturen als nicht beachtenswert.

Die Welt würde weder seine Texte noch seine Musik verstehen, und in die schleimige Industrie der Filme und Theater konnte er sich nicht begeben, bevor sein Talent nicht unumwunden und für alle Zeiten geklärt wäre und er somit völlig freie Hand über alles noch zu Tuende hätte.
[...]

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