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112 Seiten
1. Aufl. Juli 2015
10,00 €(D)
ISBN 978-3-95575-030-5

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Deutschpop halt's Maul!
Für eine Ästhetik der Verkrampfung
Frank Apunkt Schneider

Eine Kampfansage an die Versöhnung mit der neuen deutschen Popidentität

Popmusik auf Deutsch war lange Zeit undenkbar. Denn Popkultur war das vielleicht wichtigste ­Reeducation-Programm, das die Alliierten den ­Deutschen auflegten. Sie überschrieb die ­deutsche Kultur und entfremdete die Kids von Scholle und Volksgemeinschaft.

Erst mit Punk entstanden deutsche Texte, die sich zur Kolonialisiertheit durch Pop bekannten. Und als aus der guten alten BRD ­wieder hässliches neues ­Deutschland geworden war, verstärkten Bands wie Kolossale Jugend oder die ­frühen Blumfeld (nicht zu verwechseln mit den späten) die Dissonanzen. Ihre Sperrigkeit war eine Abfuhr ans neu verordnete Wir-Gefühl. Aber in ihrem Windschatten entstand eine neue Generation, die endlich ganz unverkrampft deutsch singen wollte. Tomte, Kettcar oder Klee sangen (noch …) nicht für Deutschland, aber ihr kleinbürgerlicher Gemüts­indiepop passte gut zum Entkrampfungsbefehl der Berliner Republik.

An das, was dafür aufgegeben wurde, will Frank Apunkt Schneider erinnern, indem er vom ­»Fremdwerden in der eigenen Sprache« (NDW) erzählt, von der Material­ästhetik der Verkrampfung (Hamburger Schule), von der unglaublich seltsamen Unmöglichkeit deutscher Pop­affirmation (Schlager) und natürlich von der ­Hässlichkeit des Unver­krampften.

Inhaltsverzeichnis

• The German Beitrag
• »Der Führer jetzt noch billiger!« Der klammheimliche Antifaschismus der Popkultur
• Jungvolk ohne Freiraum: Die Hitler- und die Swingjugend
• Entering the American Sector
• Reedutainment: Entnazifizierung durch Pop
• Neue Körper
• Die hohe Kunst der Sekundarität
• Die unglaublich seltsame Anwesenheit des Abwesenden
• Flowertime in San Franzisko
• The Sound of German Eigenständigkeit
• Heute gehört uns Kraftwerk (und morgen alles, was irgendwie cool ist)
• »Warum?« – The return of German Liedgut
• Reimportierte Entfremdung
• Geschichte wird zurechtgebogen
• Fremdwerden in der eigenen Sprache
• Kleindeutschland: Die gute alte BRD
• Öffentlich-rechtlicher Deutschpop
• Die Ästhetik der ­Verkrampfung
• Lebenslange Reeducation
• Schwarz-Rot-Grün: Die geistig moralische Popwende
• Skill the nation with a groove: 80 Millionen Popbeauftragte
• Die ­verspätete Popnation
• Ausdifferenziert wie Leder, unverkrampft wie Kruppstahl: Das Behagen in der heimischen Popkultur
• Der Aufstand der anständigen Popdeutschen
• Heimat mit Fußnoten: das innere Hemmoor
• WIR ist ein anderer: Die Schönheit der Verkrampfung und die Hässlichkeit der ­Unverkrampften

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