Klaus Walter – Vortrag mit DJing

Veranstaltung: Klaus Walter – Vortrag mit DJing - Literatur & Lesungen

Thema/Info: Die Heebie-Jeebies im CBGBs - Die jüdischen Wurzeln des Punk

Kategorie: Literatur & Lesungen

Datum: 07.05.2009

Zeit: 20.00 Uhr

Ort/Stadt: Frankfurt

Veranstaltungsort: Jüdisches Museum, Untermainkai 14-15

Beschreibung: Buchpräsentation mit Musik – Kommentiertes Auflegen mit Klaus Walter



Wurzellose Kosmopoliten A Go Go



“Die Heebie Jeebies im CBGB´s” – unter diesem Titel untersucht Steven Lee Beeber ein Thema, auf das noch keiner gekommen war: „Die jüdischen Wurzeln des Punk“.



Man muss sich nichts aus Religion machen, um zu begreifen, dass Punk ohne Juden nicht denkbar ist. „Ohne Holocaust kein Punk.“ Sagt Steven Lee Beeber. Der Sohn jüdischer Einwanderer wächst in Atlanta auf und muss zu seiner großen Enttäuschung feststellen, dass keiner von den Beatles jüdisch ist. Nicht mal Ringo, mit der Nase. Dafür Barry Manilow und Neil Sedaka. Schwacher Trost. Beebers Laune wird besser, als er feststellt, dass seine Lieblingsmusik aus New York kommt – und meist von Juden gemacht wird.

„Wie viele andere wuchs ich in dem Glauben auf, Punk habe in England begonnen. Doch irgendwann fand ich heraus, dass New York sein Geburtsort war.“ Steven Lee Beeber entdeckt den New York-Punk avant la lettre für sich: Lou Reed und die New York Dolls, Richard Hell und Suicide, Television und die Ramones, Patti Smith Group und Blondie. Und überall spielen Juden entscheidende Rollen. In unterhaltsamer Interview-Kleinarbeit arbeitet Beeber heraus, dass Jewishness für den NY-Punk von großer Bedeutung war. Auch wenn viele seiner jüdischen Protagonisten das nicht wahrhaben wollen.

Die überwältigende Mehrheit der NY-Punk-Juden versteht sich als säkular. Zehn Prozent der amerikanischen Katholiken und 21 Prozent der Protestanten glauben nicht an Gott. Bei den Juden sind es 52 Prozent. Dieser sympathischen Mehrheit wegen beharrt Beeber auf den Unterschied zwischen kulturellen und religiösen Juden. Auch wenn sie die Religion nicht praktizieren, auch wenn sie atheistisch erzogen wurden, aus ihrer Geschichte kommen sie nicht raus: Ausgrenzung, Vertreibung, Verfolgung, Ermordung. In keiner Stadt außerhalb Israels ist die kollektive Erfahrung der Judenverfolgung so präsent wie hier, in Jew York, nirgendwo prägt Jewishness die Künste stärker als hier, Punk inklusive. „Die Verurteilung des Macho, die Identifikation mit dem Geisteskranken und die Zurückweisung des Anti-Intellektualismus der Hippies waren integrale Bestandteile des New Yorker Punk und mit seinem jüdischen Mileu verbunden.“

So steht es im Kapitel über Jonathan Richman. Das „sonderbare Kind“ mit dem „vertrottelten Ausdruck“ aus dem Bostoner Vorort Natick pilgert regelmäßig nach New York zu seinem Ersatzvater Lewis Allen Rabinowitz, besser bekannt als Lou Reed.



Der Autor und Radio-DJ Klaus Walter stellt das Buch von Steven Lee Beeber vor und spielt die Musik, dazu gibt es O-Töne von Beeber und seiner Übersetzerin Doris Akrap und ein paar Sidesteps zu anderen wurzellosen Kospmopoliten.


Weitere Termine sind in Vorbereitung.

Kontakt Booking/Lesungen: Ingo Rüdiger, E-Mail: booking@ventil-verlag.de

Alle Angaben »ohne Gewähr«, da kurzfristige Terminänderungen auf dieser Website leider nicht erfasst werden können. Bitte noch mal direkt beim örtlichen Veranstalter erkundigen.