Verführung der Unschuldigen
Roman
Es gibt keine Wahrheit, nur Praxis.
Essen-Katernberg, Mitte der zehner Jahre: Marthe studiert an der Akademie für Visuelle Kunst und Grafisches Erzählen und wohnt mit drei Kommiliton:innen in einer WG, die auch Sitz des studentischen Verlags Bolsterbaumhaus ist. Sie zeichnet autobiografische Tiercomics, hasst Donald Trump, hat Sex mit Kurt, kommt mit Oleg zusammen und verkauft pornografische Bibelcomics auf dem Wochenmarkt. Außerdem betreut sie den Kreuzfahrt-Comic »Combo« der Künstlerin Amadea, der nach chaotischer Vorarbeit im Bolsterbaumhaus Verlag erscheint. Wenige Monate später kommt heraus, dass der 16-jährige Zeichner Urs Mærzwald in seiner gehypten Debüt- und Bestseller-Graphic-Novel »Onesie Canyon« aus »Combo« abgezeichnet hat. Während das Bolsterbaumhaus in den Fokus einer überhitzten öffentlichen Debatte über den Plagiatsfall gerät, finden hinter dem Vorhang existenzielle Kämpfe statt, die Marthe und ihre Freund:innen in den Grundfesten erschüttern.
In einer temporeichen, süchtig machenden Sprache erzählt Marc Degens vom Siegeszug der Graphic Novels und von den Höhen und Tiefen der DIY-Kunst. »Verführung der Unschuldigen« ist eine überaus menschliche Komödie über den Rausch des Möglichen, die Fallstricke unabhängigen Verlegens und den schmalen Grat zwischen Plagiat und Hommage.
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»Degens arbeitet wie Zola.« – Patrick Bahners, FAZ
»Unterm Radar ist Degens längst der größte Chronist unserer Zeit. Und immer ein Spaß.«– Marc Reichwein, Welt am Sonntag
»Marc Degens ist der kafkaisch-joyceanische Strindberg der Generation X für Beckettleser, die gerne comiclesend fernsehen.« – Dietmar Dath
Die Presse
»Marc Degens' Buch [ist] Popliteratur in reinstem und bestem Sinne. [...] Degens hat ein klug kalkuliertes Buch geschrieben, das ironische Einblicke in unsere Oberflächenwelt vermittelt. Und es macht schlicht Spaß beim Lesen.« – Enno Stahl, Deutschlandfunk
»Die Figuren führen [...] ein veritables Popkulturleben, das sich selbst ausstellt, analysiert und ironisiert. Die Grenze zwischen Kunst und Leben wird durchlässig. Einmal schildert Marthes Studienfreund (und Nebenaffäre) Kurt seinen Traum von einer sechshundert Seiten langen Graphic Novel, ›die komplex ist, mit vielen Figuren und unterschiedlichen Orten‹. Es ist ein wenig, als beschriebe er mit diesem Comicprojekt, das ›es mit einer guten Fernsehserie aufnehmen kann‹, das poetologische Programm des Romans selbst, der uns auf ebenfalls fast sechshundert Seiten so tief ins eigentlich wenig dramatische Leben seiner Protagonisten eintauchen lässt, dass man heimisch darin zu werden beginnt – wie in guten Serien.« – Oliver Jungen, Frankfurter Allgemeine Zeitung
»Marc Degens' Buch lässt sich auf verschiedenen Ebenen genießen. Für Laien ist es eine turbulente Milieugeschichte, die jedem gefallen dürfte, der gerne Sachen liest wie ›Dorfpunks‹, ›Trainspotting‹, ›Herr Lehmann‹ oder ›Fleckenteufel‹, auch was den schnoddrigen Tonfall, Sprachwitz und die liebevolle Figurenzeichnung angeht. [...] Indes finden sich für Leser*innen, die sich im Milieu auskennen, mächtig viele Querverweise und Anspielungen, so dass schnell klar wird, dass Degens weiß, wo der Hammer hängt. [...] Verführung gelungen. Marc Degens zaubert mir beim Lesen ein breites Grinsen ins Gesicht.« – Christian Muschweck, Comicgate
»Ein seitenschwerer, charmanter Roman, der Graphic Novels hochheben lässt und mit Witz und einer verführerischen Geschwindigkeit über Plagiate und Wahrhaftigkeiten spricht.« – Nayra Jonke, Buchkultur
»Marc Degens erzählt auf einmalige Weise von einer Erfahrung, die kaum einem künstlerisch ambitionierten jungen Menschen erspart bleibt, nämlich vom Verlust der Illusionen.« – Fritz Müller-Zech, Am Erker








