Ventil Verlag

News

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Mittwoch, 22 November 2017 | 12:45 Uhr | Facebook: Foto | Likes: 25

Sir Jan Off souffliert Robert Stadlober - bei den Aufnahmen zu "Vorkriegsjugend - Im Schatten der Chaostage", der Vinyl-Only-Fortsetzung von Jan Offs Roman "Vorkriegsjugend - 200 Gramm Punkrock". Diese Sprechplatte ist ab sofort z.B. hier erhältlich: https://www.ventil-verlag.de/titel/1795/vorkriegsjugend-im-schatten-der-chaostage-vinyl-lp

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Freitag, 17 November 2017 | 17:45 Uhr | Facebook: Link | Likes: 21

Endspurt! Noch sechs Stunden!

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Dienstag, 14 November 2017 | 09:49 Uhr | Facebook: Video | Likes: 12

Mr Lee Hollis liest aus "Many Injured, More Dead" - soeben bei Ventil erschienen und u.a. hier https://www.ventil-verlag.de/titel/1794/many-injured-more-dead käuflich zu erwerben. (Dank ans Ox-Fanzine für Abfilmen.)

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Samstag, 28 Oktober 2017 | 21:42 Uhr | Facebook: Link | Likes: 13

Und morgen: Kritik.

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Dienstag, 24 Oktober 2017 | 21:29 Uhr | Facebook: Link | Likes: 25

Es kommen dunkle Tage… Nachdem vor einigen Monaten unser Autor Torsten Nagel wegen "Anstiftung zum Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Landfriedensbruch und Verstoß gegen das Versammlungsrecht" zu über 6.000 Euro verurteilt wurde – er hatte mit einer Sitzblockade eine Nazidemo in Düsseldorf gestört – hat YouTube nun das Video "Spuck auf Rechts" von Sookee gesperrt: wegen angeblicher Hassrede. Der Zusammenhang? Der Song ist nach wie vor erhältlich auf dem von Torsten Nagel zusammengestellten Sampler "Refugees Welcome. Gegen jeden Rassismus". Sämtliche Erlöse gehen an lokale Antifa-Projekte: https://www.ventil-verlag.de/titel/1747/refugees-welcome-musik-cd

testcard im NDR-Nachtclub

Montag, 16 Oktober 2017 | 17:02 Uhr | Facebook: Link | Likes: 25

Testcard in den Medien: NDR-Nachtclub mit Roger Behrens und Knarf Rellöm:

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Montag, 09 Oktober 2017 | 15:48 Uhr | Facebook: Link | Likes: 11

In nur einer Woche schon das halbe Ziel erreicht! Bitte weiter unterstützen:

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Mittwoch, 04 Oktober 2017 | 13:42 Uhr | Facebook: Foto | Likes: 25

Noch 19 Likes bis zur 8.000. Wer den Tausender knackt, erhält von uns ein kleines Buchpräsent.

Piece of Punk

Montag, 02 Oktober 2017 | 10:54 Uhr | Facebook: Link | Likes: 25

Im kommenden Jahr bei Ventil: "Our Piece of Punk. Ein queer_feministischer Blick auf den Kuchen", herausgegeben von Barbara Lüdde und Judit Vetter. Damit das Buch so aufwendig und mit Gimmicks versehen erscheinen kann wie geplant, unterstützt bitte diese Crowdfunding-Aktion.

"Our Piece of Punk – Ein queer_feministischer Blick auf den Kuchen" wird ein 170-seitiges Buch mit Zeichnungen, Comics, Textbeiträgen, Diskussionen und Liebeserklärungen über die Möglichkeiten und Grenzen von Queer_Feminismus im Punk. Sein Fokus liegt dabei nicht auf 'früher war alles besser' und Riot Grrrl-Nostalgie: vielmehr lässt es Protagonist*innen zu Wort kommen, die Punk und DIY heute lieben und leben, mit allen Macken, Kanten und Ärgernissen.

Mit guten Büchern wäre das nicht passiert

Montag, 25 September 2017 | 16:03 Uhr | Facebook: Foto | Likes: 25

Da schließen wir uns dem Verbrecher Verlag gerne an:
Mit guten Büchern wäre das nicht passiert.

Ob Sachsen oder Baden-Württemberg – überall in Deutschland haben Rechtsradikale ein erschreckendes Ergebnis eingefahren. Das wäre vermeidbar gewesen! Durch einen Zugang zur richtigen Lektüre zum Beispiel.

Daher unser Aufruf: Spenden Sie gute Bücher! An Bibliotheken, Schulen und andere Institutionen.
Wir empfehlen unsere antifaschistischen Klassiker!

Genauso sehr empfehlen wir gute Bücher aus anderen Verlagen.

Die Hauptsache ist, die Bücher kommen möglichst vielen Leserinnen und Lesern zugute.
Kaufen Sie die Bücher in Buchhandlungen oder auf unserer Website. Bringen Sie die Bücher in die Bibliothek.
Jedes gute Buch hilft!

Denn nur gute Lektüre schafft gute Köpfe!

https://www.ventil-verlag.de

scheißen Tage

Montag, 25 September 2017 | 10:20 Uhr | Facebook: Video | Likes: 25

Oder, um es mit Ernst Jandl zu sagen:
Sein das heuten Tag, sein dies ein scheißen Tag.
sein das gestern tag sein es gewesen ein scheißen tag ebenfalz
kommen das morgen tag sein es werden ein scheißentag ebenfalz

Notwendig

Montag, 25 September 2017 | 10:01 Uhr | Facebook: Foto | Likes: 25

Jetzt notwendiger denn je: "Das Wörterbuch des besorgten Bürgers" von Robert Feustel, Nancy Grochol, Tobias Prüfer und Franziska Reif, bald erhältlich in erweiterter Neuauflage. https://www.ventil-verlag.de/titel/1770/woerterbuch-des-besorgten-buergers

Patriotismus

Ihrere Begehren und Verlustängste inszenieren die Besorgten als Verfassungspatriotismus. Im Gegensatz zu gewöhnlichen Patrioten, die Nationalstolz und Vaterlandsliebe nach kulturellen, politischen, historischen und/oder ethnischen Kriterien ausrichten, gerieren sich diese als Verfechter von (übernationalen) ethischen und politischen Grundwerten und -rechten. Dies zeigt sich daran, wie leicht Gidisten das Attribut europäisch zu Patriot von der Zunge geht. Auch bei der AfD betont man, die s christlich-jüdische Tradition zu verteidigen, und meint damit die Art und Weise, wie s Freiheit, s Demokratie und Recht das Grundgesetz prägen. Aber Patriotismus bleibt Patriotismus, schließlich stammt das Wort von pater (lateinisch Vater) und schleppt beständig die Verwechslung von Gesellschaft und (biologischer) Familie mit sich. Besonders in Deutschland ist er der nur scheinbar harmlosere kleine Bruder des Nationalismus, dessen chauvinistische und rassistische Kontur schwer zu übersehen ist. Das eine ist die kulturelle, politische und historische Rutschbahn zum anderen. Denn neben den durchaus praktischen demokratischen Grundwerten gibt es auch noch diese Kleinigkeit mit der völkischen Defnition der deutschen s Nation. Bis 1990 galt nahezu ausnahmslos, dass einen deutschen Pass nur haben oder erhalten konnte, wer ethnisch und kulturell dem deutschen Volk nach dem »Stande des Deutschen Reiches vom 31. Dezember 1937« zugehörig war. Das sogenannte ius sanguinis (Abstammungsrecht) stellt bis heute den Kern des deutschen Staatsbürgerschaftsrechts (s Rasse). Attributspatriotismen in Deutschland schlagen immer noch schnell in völkischen Nationalismus um. Das lässt sich beim Partypatriotismus der Fußballfanmeilen beobachten, erst recht beim Besorgtenpatriotismus. Björn Höcke (AfD) hat dies tre end zusammengefasst. Er will eine »Gemeinschaft von selbstbewussten Patrioten« scha en, die »das Beste aus liberalen, sozialen und konservativen Traditionen zum Nutzen unseres Volkes und Landes zusammenzuführen«. Kurz: »3.000 Jahre Europa! 1.000 Jahre Deutschland!«

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Samstag, 23 September 2017 | 20:51 Uhr | Facebook: Foto | Likes: 14

Wer beim Crowdfunding kein signiertes "Totes Meer" der Achtzehn Metzger erworben hat, wird sich spätestens jetzt für den Rest des Lebens grämen…

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Samstag, 23 September 2017 | 17:05 Uhr | Facebook: Foto | Likes: 25

Heute vor sieben Jahren verstarb Martin Büsser.

Dass Ventil ohne Martin nichts wäre, versteht sich von selbst. Sein Tod ist uns allen bis heute unbegreiflich, das Fehlen des Freundes schmerzt.

Das Foto zeigt Martin bei einem PR-Gag-Picknick mit den Moldy Peaches in Köln. Völlig zu Recht beschwerte er sich später in kleiner Runde, dass der Promoter nur Plastikbesteck und Einwegbecher angekarrt und natürlich die Kohle für den Grill vergessen habe.

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Donnerstag, 21 September 2017 | 13:10 Uhr | Facebook: Foto | Likes: 25

Fundstücke, Wahlerinnerungen: Stell dir vor, es ist 1998, und du wählst den jungen Wolfgang Wendland.

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Donnerstag, 14 September 2017 | 21:57 Uhr | Facebook: Video | Likes: 25

HÜSKER DÜ
Zen Arcade [SST, 1984]

Von Alice Gruber
(Aus: Jonas Engelmann (Hg.): Damaged Goods. 150 Einträge in die Punk-Geschichte. Mainz 2016)

Als Zen Arcade herauskam, war ich 13 Jahre alt. Und Punk hatte mir niemand im Englischunterricht beigebracht. Auch sonst nirgends. Das gab es schlicht nicht in der Gegend, in der ich aufwuchs. Es gab genaugenommen auch keine Gegend, also nichts, was in touristischem Kontext den Begriff verdient hätte. Dort wo ich mit 13 Jahren war, waren Arbeiter, Stahlindustrie und keine Städte. Natürlich auch Berge, ein paar Bauern, grüne Wiesen und grausame Bezirkszentren, aber nichts was herausragender gewesen wäre als anderswo in Österreich. Den Motorsport ausgenommen. Die jährlichen Formel-1-Rennen auf der damals noch produktplatzierungsfrei »Österreichring« genannten Asphaltstrecke war die einzige große Aufregung (abgesehen von der inneren, die natürlich verstörender war, retrospektiv). Kraft fehlender Hotels (warum hätte die jemand dorthin bauen sollen?) fielen im Elternhaus dutzende italienische Motorsportfans ein und brachten auf ihre Weise Fortschritt mit: Die Männer kochten und die Frauen hatten Haarspray. Das sie auch nutzten. Als Mädchen, das unter Buben aufgewachsen ist, war die plötzliche Dichte an Schminkkoffern im Haus durchaus eine Bedrohung. Allerdings hatten wir, die als Kinder nachmittags zu Vaterausflügen mitgenommen wurden, einen Trumpf: wir waren lärmresistent. Das Motorengebrüll machte uns nichts aus. Im Gegenteil, als Teil des familiären Fluchtplans wurde Lärm ein alter Bekannter. Und wenn auch nur, weil er aus Boxen von Viertaktmotoren kam. Etwas, das laut ist, wurde schließlich eine Belohnung. In dieser Zeit entstand die Verknüpfung von Lärm- und Flucht-ist-gut als synaptische Grundschaltung. (Bis heute haben es Schminkkoffer allerdings nicht in einen Wohlfühlkreis meiner Belohnungszentren geschafft.)

Ich musste 1984, als Greg Norton, Grant Hart und Bob Mould ihr epochales zweites Studioalbum herausbrachten, dennoch seit einem Jahr Klarheit gehabt haben, dass ich hier wegmusste. Sich in Folge jahrelang mit dem Radio verstecken und allnachmittäglich bei der Musicbox Bandnamen aufschreiben, hat mir immerhin ein paar herbe Streitereien mit der ansässigen Verkäuferin des Elektrofachhandels eingebracht, aber keine einzige Hüsker-Dü-Platte. Denn ich hatte den Namen französisch notiert. Als äußerst schlechte Gymnasiastin nahm ich an, dass alle Menschen klüger sind als ich und hörte aus pubertärer Arroganz nie zu. Auch nicht den bravourösen Musicbox-Redakteuren. Mit Sicherheit hatten sie in ihrem Feature 1986 das dänische Spiel erwähnt und ich hätte meinen Fehler erahnen können. So aber bellte die Elektrofrau in Dauerwelle und Plisseebluse, sie werde mir sicher keine Platte von »Husquadu« bestellen, weil es diese Band nicht gäbe. Und überhaupt sollte ich erst mal Geld herzeigen, bevor sie noch einmal nachschaue. Als ich endlich 1989 wegkam, hatte ich das verdrängt, und Hüsker Dü waren seit zwei Jahren Geschichte.
Erst Anfang der 1990er fiel mir Zen Arcade in der Stadt, in die ich endlich geflohen war, wieder ins Hirn. Die Details der Nacht gehen niemanden etwas an, aber sagen wir es so: Ich hatte unvermutet Zeit, mich in einer fremden Wohnung mit Platten zu beschäftigen.
Mittlerweile gibt es den Elektrofachhandel nicht mehr und ich hörte unlängst bestürzt von einem Freund, er sei wegen seines Hüsker-Dü-T-Shirts für einen Türken gehalten worden. Nicht dass das schlimm wäre, Himmel, aber bedenklich ist, dass viele Menschen nicht einmal die Wahnwitzigkeit des Vorfalls verstanden.

Sagen wir, wie es ist. Niemand unter 25 kennt diese Band. Dabei ist gerade Zen Arcade für jede neue Generation von Pubertierenden eine wahre Schatzkiste. Der Junge, der dem gewalttätigen Elternhaus entflieht und lernt, dass es wenig Gutes gibt woanders, ist das narrative Band für 23 Stücke wegweisenden Hardcore-Punk und nichts daran ist alt, angejahrt oder verklärt. Es muss lediglich eine neue Lesart mit Zielgruppendefinition her. Alsdann:

»Something I Learned Today« Für prekäre PraktikantInnen. Weil natürlich lernst du nichts, außer den Schmerz, weil nichts so ist, wie du es dir vorgestellt hast. Genieß die schneidende Gitarre und freu dich über das verhuschte Schlagzeug. Ergib dich dem Brüllen, frag dich, was der Bassist da eigentlich macht und bedenke: Drei Leute sagen dir hier mehr in zwei Minunten als dein Mentor in sechs Monaten. Scheiß auf ihn. Und auf das Haarspray.

»Broken Home, Borken Heart« Für alle. Zu Hause ist bei weitem der unsicherste Ort der Welt, das wissen wir. Das wird sich so schnell nicht ändern, für niemanden. Sich hinter den erleuchteten Fenstern in den Schlaf weinen, oh ja. Wer nicht. Die beste Gitarre ever, übrigens.

»Never Talking to You Again« Für Grant Hart. Ja sorry, hier müssen wir das Ein- zelphänomen beschreiben. Er hat den Song geschrieben und wird dabei vielleicht an Bob Mould gedacht haben. Hass braucht ja Ventile und besonders gegen Ende von Beziehungen redet ja keiner mehr direkt mit dem anderen. Obwohl es einiges zu sagen gäbe. Die akustische Gitarre hat nichts von Lagerfeuerromantik, sondern ist kurz vor dem Durchladen, der letzte klare Moment.

»Chatered Trips« Für Extremkletterernde. Spar dir den Weg und die Mühe, die Erkenntnis, dass ein Berg da ist, ändert sich nicht, auch wenn du oben bist. Nichts ist gelöst, weil du am Everest bist, am allerwenigsten du selbst. Lerne das und erfreu dich am verzweifelten Schreien Bob Moulds. Der diesen Song an einen Soldaten richtete. Aber was zwingt dich zu Reisen mit hoher Todeswahrscheinlichkeit?

»Dreams Reoccuring« Für Nachtmahre. Aber die können nicht lesen, geschweige denn hören.

»Indecision Time« Für SpielerInnen. Du weißt natürlich nicht, wo es langgeht, aber du machst mal ein Kreuz irgendwo, das nichts einbringt. Du sagst A, und B kommt, du tippst rot und schwarz gewinnt. Dein Leben kann nicht schlimmer sein als jetzt, dabei bist du frei wie ein Vogel. Tatsächlich sagst du besser keinem anderen, was zu tun ist, weil dein Hirn längst keine Entscheidung mehr zulässt, die Perspektive hat. Das ist hart? Ja, aber freu dich: Hier rauft die Gitarre für dich.
»Hare Krsna« Für Achtsamkeit Schenkende. Es ist ja alles da, was richtig ist, für euch guten Leute. Nichts braucht es, um den Weg zu zeigen, den zu gehen der wahren Lehre das Geld fehlt. Die Monotonie der Mantras zum Einstimmen in das tiefe Selbst und das universelle »Ich« mag dir langweilig werden, daher beweg doch mal deinen Arsch hierzu.

»Beyond the Threshold« Für Speedkings. Klarsehen hat nichts mit Wachsein zu tun, was dir dein Hirn bis zur letzten Line gesagt hat, zählt jetzt nicht mehr. Du weißt nicht mehr wo du bist, welche Stadt überhaupt, und was ist dieses Rauscheding auf Schienen? Die S-Bahn. Geh nicht hin. Bleib stehen. Bahnsteigmitte. Konzentrier dich. Hau den Beat raus und hör auf das Gebrüll. 1:36, hör’ auf die Stimme. Dann hast du’s kapiert. Du bist im Arsch.

»Pride« Für Besserwisser. Du hast noch nie eine geknallt gekriegt, weil du ein bisschen feige bist. Dein Hirnschatz ist enorm, du bist top in NLP, du hast den letzten Satz. Bevor alle flüchten, weil sie nicht mehr deine Egopusher sein wollen. Und der eine Wahnsinnige kommt, der dir sagt: Hör auf mit dem Scheiß, schluck den Dreck runter und hör auf stolz zu sein. Du hast keinen Grund. Der knallt dir dann eine. Endlich.

»I’ll Never Forget You« Für die alte Liebe. Und meinen Therapeuten. Den Schmerz loslassen heißt, sich darauf einlassen. Lernen, dass Vergessen sicher nicht funktionieren wird, ist gut gegen die Verzweiflung. Rache muss übrigens noch immer kalt serviert werden.

»The Biggest Lie« Für den Sales Account Manager. Verkaufsgenie zu sein macht dich reich, die Titten deiner Frau und den Hubraum deines Autos größer, aber nicht deinen Schwanz. Mutig ist, nichts zu verkaufen, und schon gar nicht dich selbst. Kapier das.

»Whats Going On« Für die Brexit-Briten. Am Tag, nachdem ihr für den Austritt Großbritanniens aus der EU gestimmt habt, habt ihr »what is EU« gegoogelt. Bravo. Vielleicht hättet ihr vorher besser zugehört, statt zu reden. Was in eurem Kopf vorgeht, möchten wir nicht wissen, aber vielleicht wollt ihr euch das selbst fragen, wie es Grant Hart volle viereinhalb Minuten so eindringlich macht.

»Masochism World« Für die Modebloggerin. Punk ist the new Black, meine Kleine. Du liebst es, du hasst es, du kannst ein bisschen dieses Retro fühlen, es ist aber nicht so angenehm, eher kratzig, magst du es nun, oder nicht? Gehst du eher in Deckung, ist es dir zu wuchtig, und wie viel Sternchen wirst du geben? Süße, diese Konfusion steht dir gut. Trag sie täglich.

»Standing by the Sea« Für mich. Grant Hart, der grimmige Wüterich, der zottige Aufschläger und Draufhauer, liefert sich ein schönes Wettrennen mit Greg Nortons Bass. Das Tempo ein Leben lang korrekt zu halten ist nie jemandem gelungen. Mir nicht. Ihm nicht. Aber die See, die gleichgültige, große Salzlache, ficht das nicht an. Schließlich halten Wellen auch keinen Rhythmus.

»Somewhere« Für IT-Operations-Manager. Ihr habt einen Scheißtag und zwar jeden Tag. Immer funktioniert etwas nicht und ihr müsst herausfinden, was, wo und warum. Wenn es euch eine Applikation oder einen Server zerschießt, liegt die Wahrheit nie in der Programmdokumentation, und alles was die Entwickler sagen, ist gelogen. Irgendwo sitzt der Fehler und grinst. Irgendwo wird der Dreck mit dem Regen runtergewaschen und ein neuer Tag beginnt. Doch. Dort, wo Satisfaktion namenlos ist und das System immer auf grün.

»One Step at a Time« Eine kleine Melodie zwischendurch.

»Pink Turns to Blue« Für die Barfrau. Jede Nacht von Null auf Tausend, hart und gerecht im Dienste der unendlichen Party. Der Trick zum Umsatzsteigern ist mitmachen, was der Gast sauft, trinkst du weg wie nichts. Was der Wirt mault, schluckst du runter, und eines Morgens fällst du um. Weil schlafen nicht deine Job-Description ist und das Zeug, das dich durchhalten macht, immer dreckiger wird. Lass nicht erst Engel küssen dein Haar, sondern höre auf Grant Hart. Geh. Jetzt.

»Newest Industry« Für Apple. Du hast nie annektiert, gebombt oder vernichtet. Denn du bist kein Staat, keine Institution, keine Vereinigung, du bist ein Unter- nehmen im Dienste der Innovation. Du killst Menschen nicht selbst, das machen deine Zulieferer, für deren Arbeitsbedingungen du nicht verantwortlich bist, du zahlst nirgends Steuern, dein Firmensitz ist ein Briefkasten in Irland. Aber wir lieben dein Zeug und glauben an dich. Deine iPhones sind uns viele Flocken wert, wir sind mündige KonsumentInnen und haben einen lebenslangen Vertrag. Wir danken dir für. Nichts.

»Monday Will Never Be the Same« Kurze Pause.

»Whatever« Für Combat Gamer. Du sitzt lieber vor deinem Rechner und zeichnest still Strategien, als rauszugehen, wo die anderen spielen. Deine Mutter weiß nicht, was du da machst, dabei gewinnst du jede Schlacht, und morgens, wenn du zum Kühlschrank schleichst, weißt du, dass das für ein Leben nicht reicht. Was auch immer du willst, tust oder sagst, es ist OK. Mama versteht’s nicht, anyway. Der schönste Chorus der Punkgeschichte. Den hör dir an.

»The Tooth Fairy and the Princess« Für die Busfahrerin. Weil wir so gerne über den öffentlichen Nahverkehr maulen, um der eigenen Montonie zu entgehen, sollst du bitte tapfer bleiben. Nicht aufgeben. Weitermachen. Unbedankt und unbemerkt uns schwatzende Meute ausladen und einladen. Nach dem Dienst hast du hier ein Mantra. Vielleicht auch schon in der Remise. Nur nicht während der Fahrt, bitte. Es sind schon Menschen bei diesem Song Kraft der esoterischen Redundanz weggepennt wie nichts.

»Turn On the News« Für Social-Media-Manager. Facebook weiß, wann wir wach sind, Twitter übergeht Nachrichtensperren, WhatsApp klaut unsere Handy- nummern, in Xing liest der Chef mit und bei LinkedIn suchen wir Jobs. Du hast gelernt, wie dich diese Apps weiterbringen, dein Tool, deine Firma, dein Projekt. Dich buchen NGOs, Parteien und Industrien, wir liken mal schnell ein bisschen Revolution und geben die Recherche auf. Aber auf die Straße bringst du uns nicht. Geschweige denn bestimmst du den Nachrichtenwert dessen, was auf der Welt passiert. Mach Hüsker Dü zu deinem Titelbild und schärfe dein Profil. Der Song mit der meisten Melodie auf dem Album, tagesaktuell in jedem Jahrzehnt, und besonders: jetzt.

»Reoccurring Dreams« Für Free Jazzer. Hörst du die Signale und die Hi-Hats? Psychedelisch ist es, nicht? Fade out knappe 14 Minuten lang, das letzte Aufbäumen vor der Erschöpfung, der barocke Aufruhr vor dem Ende. Und jetzt: alles von Anfang an.

Darius Watolla auf literaturkritik.de zum

Dienstag, 12 September 2017 | 11:57 Uhr | Facebook: Link | Likes: 3

Darius Watolla auf literaturkritik.de zum "Wörterbuch des besorgten Bürgers": "Versteht man das Wörterbuch als work in progress, mithin als den Beginn eines längeren Prozesses der Reflexion, der Metakritik am politischen Diskurs, kann das Fazit eigentlich nur eine klare Leseempfehlung sein, selbst dann, wenn die ausgewählten Beispiele nur eine Momentaufnahme darstellen mögen."
https://www.ventil-verlag.de/titel/1770/woerterbuch-des-besorgten-buergers

Interview zu »Turbofolk«

Freitag, 08 September 2017 | 19:25 Uhr | Facebook: Link | Likes: 14

Sonja Vogel im Interview mit dem DLF zu "Turbofolk" (Ventil Verlag, September 2017).

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Donnerstag, 07 September 2017 | 09:04 Uhr | Facebook: Link | Likes: 11

Eine "klare Leseempfehlung" spricht Darius Watolla dem gerade ansichts des Wahlkampfes nach wie vor aktuellen "Wörterbuch des besorgten Bürgers" aus: "Die Lektüre kann dazu führen, dass man zukünftige Sprachphänomene zuverlässig analysieren und in ihrer Wirkung einschätzen kann – noch bevor sie Eingang in eine eventuelle Neuauflage des Wörterbuchs finden."

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Freitag, 01 September 2017 | 09:44 Uhr | Facebook: Link | Likes: 7

De Ventil Verlag geet Crowdfunden. Den Tom Dockal huet sech mam Jonas Engelmann vum Verlag ënnerhalen.

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Donnerstag, 31 August 2017 | 11:56 Uhr | Facebook: Link | Likes: 25

Unser Autor Torsten Nagel wurde gestern in Düsseldorf für eine Sitzblockade gegen einen Republikaner-Aufmarsch zu einer hohen Geldstrafe verurteilt.
"Torsten und Mischa werden mit Unterstützung von Düsseldorf Stellt Sich Quer in Berufung gehen. Schon jetzt sind enorme Kosten entstanden, deshalb rufen wir zu Spenden auf das Rechtshilfekonto unter dem Stichwort “Torsten und Mischa” auf." Bitte dringend unterstützen!

Neu in der Reihe testcard zwergobst: »Turbofolk«

Mittwoch, 30 August 2017 | 14:27 Uhr | Facebook: Foto | Likes: 25

Ab sofort im Webshop erhältlich: Sonja Jodokus Vogel: Turbofolk. Soundtrack zum Zerfall Jugoslawiens.
Und in zweiter Auflage wieder erhältlich: Wurzellose Kosmopoliten. Von Luftmenschen, Golems und jüdischer Popkultur von Jonas Engelmann
https://www.ventil-verlag.de/titel/1777/turbofolk